Vollhardthaus

Das so genannte „Vollhardthaus“ ist ein denkmalgeschütztes Lehmwellhaus. Es ist eines der wenigen noch erhaltenen Häuser in Lehmbauweise in Leipzig. Zur Zeit der Völkerschlacht lebte hier der Gerichtsschöffe Gottlieb Vollhardt. Von ihm stammt ein ausführlicher Augenzeugenbericht über den Angriff der Österreicher auf das Schloss Dölitz am 16. Oktober 1813, bei der auch die Dölitzer Wassermühle bis auf ihre Grundmauern abbrannte.

Das Haus wurde bei den Gefechten glücklicherweise nicht zerstört. Um Mitte des 19. Jahrhunderts bekam es noch einen turmähnlichen Anbau für das Treppenhaus. Das Gebäude war Anfang des 20. Jahrhunderts Teil einer Gärtnerei und wurde als Wohnhaus genutzt. Bis in die späten 1980er Jahre war es bewohnt, danach war in dem Haus eine Verleihstation für Gartengeräte untergebracht.

Um das Haus vor dem weiteren Verfall zu bewahren, wurden durch den Verein in den vergangenen Jahren etliche Baumaßnahmen durchgeführt. Im Jahr 2011 wurde zuerst der turmähnliche Anbau abgerissen, da er nicht unter Denkmalschutz stand. Marode Holzbalken im unterputzen Fachwerk wurden 2012 ausgetauscht und der Lehmputz erneuert.  
Die frühere Türöffnung an der Südseite wurde wieder hergestellt und die alten Fenster erhielten teilweise neue Glasscheiben. 
2017 wurden mit Unterstützung öffentlicher Beschäftigung die historischen Türen im Inneneren abgeschliffen und 2018 der Innen-Lehmputz erneuert. Im Jahr 2019 wurde das Dach neu gedeckt. Dabei wurde der alte Dachstuhl so weit wie möglich erhalten. Das Haus erhielt auch einen neuen Schornstein und eine traditionelle Ofenheizung für Holz.

Heute ist eine kleine Galerie in den Räumlichkeiten untergebracht.
Insgesamt wird das Haus sehr behutsam saniert. Dabei wird soviel wie möglich auf den Erhalt des Altbestands Wert gelegt. Als nächste Schritte werden noch die Fenster gestrichen und die Inneneinrichtung komplettiert.

         

ehemaliger Anbau                       Zustand bis 2019   
       

Dachsanierung in 2019

Galerie mit Fotoausstellung